Arheilger Mühlchen

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Der Mühlchen-Euro ist Ehrensache

Bis vor zwei Jahren wurde der Betrieb des Arheilger Mühlchen vollständig von der Stadt finanziert. „Das ist angenehm – aber gefährlich“ meinte Stefan Nold, Vorsitzender des Fördervereins bei einer Scheckübergabe und anschließender Einweihung einer neuen „Mühlchensäule“ für einen freiwilligen Eintritt am vergangenen Freitag durch Bürgermeister Rafael Reißer. Die Bürger haben 2012 mit insgesamt fast 16.000 Unterschriften klar zum Ausdruck gebracht, dass das Mühlchen als Badesee für die Allgemeinheit erhalten bleiben soll. Danach wurde der Förderverein gegründet, der in Eigenleistung im letzten Jahr die Toilettenanlagen und in diesem Jahr das gesamte Funktionsgebäude gestrichen hat. Ebenso packten die  Helfer des Fördervereins bei der Entschlammung und der Beseitigung von Wildscheinschäden an. Durch Mitgliedsbeiträge und Spenden konnten namhafte Beträge gesammelt und für Projekte im Mühlchen zur Verfügung gestellt werden. Nold bedankte sich im Namen der Vereins bei den vielen Sponsoren (u.a. Merck Stadtlauf, Spargelhof Appel, Organisationskomitee Arheilger Oktoberfest, Akademie Fresenius).  Folgender Ablauf hat sich dabei bewährt: Kostenvoranschlag, Finanzierungszusage durch den Förderverein, Endabrechnung des Eigenbetriebs Bäder, Kostenerstattung durch den Verein. So konnte der Förderverein am 25.7. Bürgermeister Reißer einen Scheck in Höhe von 5.522,13 Euro für die Anschaffung eines neuen Sprungbrettes sowie für Farbe und Malermaterial für den Anstrich des denkmalgeschützten Funktionsgebäudes überreichen. Rafael Reißer bedankte sich beim Verein für die Unterstützung und das bürgerschaftliche Engagement.

 

Mit den Spenden und der „Muskelhypothek“ der Helfer konnte ein wesentlicher Beitrag zur Instandhaltung und Pflege des Mühlchens geleistet werden. Aber die Personalkosten mussten bislang von der Stadt alleine gestemmt werden. „Beim Sammeln der Unterschriften haben uns viele Leute gesagt: Ein Euro Eintritt wäre doch okay“ berichtete Nold. Ein kontrollierter Eintritt, zum Beispiel durch ein Drehkreuz hätte aber mindestens 70.000 Euro gekostet. „Wir hätten unseren Eintritt für die Beschaffung des Drehkreuzes bezahlt“ so Nold. So reifte die Idee, eine Säule für einen freiwilligen Eintritt mit herausnehmbaren rohrförmigen Geldkassetten mit doppelter Sicherung zu entwickeln: Ein Vorhängeschloss sichert die Geldkassetten gegen Entnahme aus der Säule; ein weiteres Schloss sichert die Geldkassetten gegen Öffnen durch Unbefugte. Ali Sanati Koopaee aus Teheran, der an der TU Darmstadt Maschinenbau studiert, erstellte im Rahmen seines Praktikums die Zeichnungen; die Fertigung erfolgte durch Betriebe aus der Region: Die Dreharbeiten übernahm Fernau Präzisionstechnik aus Wixhausen, Grope Spezialmaschinen aus Schneppenhausen  führte die Fräs- und Schweißarbeiten aus, Maurermeister Kretschmann aus Arheilgen legte das Fundament. So entstand eine einfache, stabile und funktionale Konstruktion. Rafael Reißer zückte den ersten Mühlchen-Euro, warf ihn durch den Schlitz und weihte damit die Mühlchensäule ein.  Zu der Aufschrift „Freiwilliger Eintritt“ sagte Nold: „Es ist uns sehr wichtig, dass diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer diesen bescheidenen Beitrag nicht leisten können, ohne Eintritt zu bezahlen ins Mühlchen gehen können.“ Für die anderen 95% gilt: Der Mühlchen-Euro ist Ehrensache (Kinder: 50 Cent). Bei 30.000 Besuchern pro Jahr sollten so 20.000 Euro zusammenkommen“ gab sich Nold optimistisch. Abschließend bedankte er sich bei Rafael Reißer für die Bereitschaft, dem Verein Gestaltungsspielraum zu eröffnen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Der Förderverein ist zuversichtlich, dass mit dem Mühlchen-Euro, der direkt der Stadt Darmstadt zufließt, den Spenden des Fördervereins und der Eigenleistung des Fördervereins im Arheilger Mühlchen langfristig die Bürger prozentual den gleichen Beitrag leisten wie in den anderen Bädern über regulären Eintritt. Mit ausreichenden Einnahmen aus der Mühlchensäule  kann die  Stadt über die ganze Saison eine Öffnungszeit von 10:00- 20:00 realisieren, so die Erwartung des Fördervereins.

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